Wiederkäuer 

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Die Gruppe der Wildwiederkäuer unterscheidet sich von den anderen jagdbaren Tierarten in erster Linie durch ihren Verdauungstrakt. Sie sind zugleich Symbolbild für die Jagd und die heimische Tierwelt zum anderen ein häufiger Streitpunkt in emotional sehr aufgeladenen Diskussionen. Die Ernährungsweise der Wildwiederkäuer konkurriert häufig mit forstlichen bzw. waldbaulichen Interessen, obgleich der dadurch angerichtete Schäden immer eine Frage des Blickwinkels sind. Einige Arten sind im gesamten Bundesgebiet heimisch und andere, wie beispielsweise das Rotwild werden von Rechtswegen in bestimmte Areale zurückgedrängt. Als herausragendste Gemeinsamkeit ist ihr Magen- Darmtrakt zu nennen. Die besondere Ernährungsphysiologie stellt bei einem Fund und der Erstversorgung eine besondere Herausforderung dar. Vor allem in der Jungtierphase muss die Ernährung speziell angepasst werden. Grundlage für die erfolgreiche Aufzucht ist eine gute Einschätzung des Alters des Jungtieres. Im Falle des Rehwildes kann man anhand des Gewichts grob eine Altersaussage machen. Die Anforderungen an die Energiezufuhr unterliegt jedoch auch jahreszeitlichen Schwankungen, die im Falle einer Rehabilitation mit anschließender Auswilderung/Freilassung bedacht werden müssen, um dem Tier optimale Bedingung für das Leben in freier Wildbahn zu gewährleisten. Die wiederkäuenden Schalenwildarten Rot-, Dam-, Sika- und Rehwild zeichnen sich dadurch aus, als dass sie zum sogenannten Ablegetyp gehören. Diese Arten legen ihren Nachwuchs, der in den ersten Lebenstagen bzw. Wochen noch nicht in der Lage ist den Muttertieren zu folgen ab und suchen die Jungtiere nur ein paarmal pro Tag auf, um jene zu säugen. Dies dient unter anderem der Abwehr vor Fraß Feinden wie z.B. dem Fuchs. Die Bewohner des alpinen Geländes sowie das Mufflon zählen zu den Folgetypen. Bei diesen Tierarten ist das Jungtier bereits ab ersten Tag in der Lage dem Muttertier zu folgen. Im Rahmen des Wildtierfundes können diese hochgebirgswildarten und das Mufflon in praxi vernachlässigt werden. Ein Fund eines verletzten Jungtieres in diesen unbesiedelten und abgelegenen Regionen ist unwahrscheinlich bis nahezu ausgeschlossen. Dieses Wissen für den Finder ist jedoch eine unerlässliche Grundvoraussetzung, um nicht versehentlich ein gesundes abgelegtes Jungtier mitzunehmen.

 
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