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H.I.L.F.E

Fangen und Fixieren

Wildvögel



Bitte achten Sie immer auf Ihren EIGENSCHUTZ



§ 45 Bundesnaturschutzgesetz: es ist ferner (...) (5) zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Die Tiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie sich selbständig erhalten können. Im Übrigen sind sie an die von der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde bestimmte Stelle abzugeben. Handelt es sich um Tiere der streng geschützten Arten, so hat der Besitzer die Aufnahme des Tieres der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde zu melden. Diese kann die Herausgabe des aufgenommenen Tieres verlangen. (...)

Sie sind sicher zu dem Entschluss gekommen, dass der gefundene Wildvogel Ihre Hilfe benötigt und Sie ihn zu einer Tierärztin/einem Tierarzt oder einer fachkundigen Person transportieren müssen? Dann dürfen Sie den Vogel an sich nehmen.
Auch die selbstständige Pflege und unverzügliche Freilassung nach Herstellung eines Zustandes, in dem sich das Wildtier selbsterhalten kann, ist Ihnen erlaubt. Bitte bedenken Sie jedoch, dass es bei der Aufzucht und Versorgung von Wildvögeln vieles zu beachten gibt und eine profunde Sachkenntnis vonnöten ist, um die Pfleglinge gesund und optimal vorbereitet, auf die Gegebenheiten in freier Natur, auswildern bzw. freilassen zu können.

Bei jagdbarem Federwild müssen Sie den/die Jagdbeauftragte oder Polizei über die Inobhutnahme informieren, sonst machen Sie sich der Wilderei strafbar.

Da die Jagdbeauftragten eine sogenannte Hegepflicht besitzen, wird Ihnen wahrscheinlich nur in Ausnahmefällen die Entnahme eines hilfebedürftigen Wildvogels vom Jagsbeauftragten/der Jagdbauftragten untersagt.


Sollte es sich bei dem Wildvogel um eine streng geschützte Art handeln, müssen Sie die zuständige Naturschutzbehörde über die Entnahme informieren.

Begeben Sie sich nicht unnötig in Gefahr (stark befahrene Straßen, unwägbares Gelände, aus dem Fenster lehnen etc.)! Hier sollte die Polizei oder Feuerwehr alarmiert werden und der genaue Funddort des Wildtieres mitgeteilt werden.


Fangen

Vögel besitzen einen ausgeprägten Fluchtreflex. Die Tiere werden versuchen sich schnell von Ihnen zu entfernen. Ist den Wildvögeln die Flucht nicht möglich, werden sie versuchen sich zu wehren. Zur Verteidigung können sie folgendes einsetzen:

  1. den Schnabel - besondere Vorsicht bei Wasservögeln, Eulen, Greifvögeln Bild
    Wasservögel picken mit ihrem Schnabel besonders häufig in Richtung der Augen des Finders. Dies tun sie, weil die Reflektion des Lichtes auf der Hornhaut des Menschen, die Vögel an die Reflektion der Sonne auf den Schuppen ihrer Beutetiere erinnert, oder zur Abwehr.






    Die Bisskraft von Eulen, Greifvögeln und Falkenartigen ist nicht zu unterschätzen. Sie töten ihre Beutetiere teilweise mit dem Biss in die Schädeldecke oder durch die Zertrennung der Halswirbelsäule.
  2. die teilweise sehr starken Beine mit scharfen Krallen Bild Bisstöter: Fast alle Falkenartigen und Eulen werden als Bisstöter bezeichnet. Ihre Füße nennt man auch Fänge oder Ständer. Die Kombination aus Krallen und Fkräftigen Fängen werden benützt, um die Beute festzuhalten.
    Getötet wird die Beute durch einen Biss in die Halswirbelsäule bzw. bei eher kleinen Beutetieren, in den Schädel.
    Falken besitzen im Oberschnabel einen sogenannten 'Falkenzahn', welcher die Biss- und somit die Tötungswirkung verstärkt.
    Charakteristisch sind außerdem die runden Nasenlöcher mit kleinen Hornzapfen im Inneren - Nasenkorn genannt.
    Grifftöter: Zu den Grifftötern zählen die Habichtartigen wie z.B.: Habicht, Sperber, Adler, Milane, Bussarde, Weihen, Geier, Adler etc.
    Sie töten ihre Beutetiere durch das Greifen, Kneten und Walken, wodurch die Krallen in die Beutetiere eindringen und dort lebensnotwendige Organe verletzten.
    Dies führt zum Tod der Beute. Einige Eulen töten ihre Beute durch ihren Griff, z. B. der Uhu. Andere Eulen töten durch ihren Biss.
  3. die zum Teil sehr kraftvollen Flügel Bild

    Höckerschwäne können über 15 kg schwer werden und benötigen für den Start in die Lüfte enorme Kraft in ihren Flügeln, damit dies auch sicher gelingt.
    Diese kraftvollen Flügel können sie aber ebenfalls zur Abwehr benutzen. Daher sollte man, neben dem Schnabel, auch die Flügel beim Fangen und Fixieren beachten und sicher unter einem Tuch oder einer Decke versammeln.

Inhalt der Box hier...da kommt dann der Inhalt

Das mögliche Verletzungsrisiko für den Finder sollte nicht unterschätzt werden, da insbesondere große Vögel, Wasservögel, Eulen und Greifvögel Verletzungen beim Finder verusachen können und diese mit einem Infektionsrisiko verbunden sind.

Einige der folgenden Utensilien können Sie und den hilfsbedürftigen Vogel schützen und sind während des Einfangens nützlich:

Test.

Übersicht Utensilienliste

  • Handy zum Nachschlagen im Wildtiertutorial für Einsatzkräfte und die Öffentlichkeit
  • Leder- oder Einmalhandschuhe
  • Handtücher/Laken zum Fangen und zum Auslegen der Box/Kartonagen
  • Kescher
  • geeignete Transport- bzw. Unterbringungsbox
    • Größe sollte das vollständige Ausbreiten der Flügel NICHT ermöglichen und dient somit der Verhinderung von weiteren Verletzungen bzw. der Verschlechterung von Verletzungen
    • bitte Luftlöcher in Transportkartonagen stechen
    • von innen nach außen - reduziert Verletzungsgefahr
    • Achtung im Sommer - Überhitzungsgefahr
  • Schutzbrille
  • Wollsocken
    • optische Ruhigstellung des Vogels möglich durch über den Kopf ziehen
    • nur bei größeren Vögeln anwendbar
    • nur temporär möglich, Atmung muss regelmäßig kontrolliert werden
  • Zellstoff und/oder Zeitungspapier
    • Bau von Ersatznestern
    • Auslegen des Kartonagebodens, saugt Flüssigkeiten auf
  • Klebeband zum sicheren Verschließen des Kartons
  • Händedesinfektionsmittel für Sie
  • sterile Kompressen und Kochsalzlösung
    • Wundreinigung und Abdeckung

Allgemeine Hinweise zum Fangen und Ruhigstellen von Wildvögeln

Vögel besitzen enorm leistungsfähige Augen. Sie sehen um einiges besser als wir Menschen. Es kann sinnvoll sein, bei tagaktiven Vögeln das Licht zu dimmen oder auszuschalten, da dies ein Vorteil für Sie als Fänger/in sein kann. Bei dämmerungs- oder nachtaktiven Arten ist dies nicht ratsam, da den Vögeln die Orientierung bei gedimmten/ ausgeschalteten Licht deutlich leichter fällt, als uns Menschen. Hat man den Vogel gefangen, ist die optische Ruhigtsellung durch abdecken der Augen und/oder der Transportbox wichtig. Hierdurch beruhigen sich die Vögel in der Regel recht schnell.

Beim Einfangen von Vögeln sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass die Flügel zügig unter Kontrolle gebracht werden. Das Einfangen sollte idealerweise in einiger Entfernung von Gegenständen vonstattengehen, da sonst weitere Verletzungsgefahr besteht.

Bei der Fixation darf kein Druck im Brust- und Bauchbereich ausgeübt werden, da sonst die Atmung des Vogels stark eingeschränkt wird und dies im schlimmsten Falle zum Erstickungstod führen kann.

Bei der Fixation von Mauerseglern sollten unbedingt Handschuhe getragen werden, da das empfindliche Gefieder der Dauerflieger sonst Schaden nehmen kann und die Freilassung bzw. die Zeit bis zur Wiederauswilderung verlängert werden würde.



Fixieren

"So lange wie nötig, so kurz wie möglich!" = Reduktion Schockgefahr


Vögel sind aufgrund Ihres hohen und schnellen Stoffwechsels deutlich stress- und Schockanfälliger. Herzfrequenzen von deutlich über 200 Schlägen pro Minute verdeutlichen dies. Ein Bussard zum Beispiel besitzt einen Ruhepuls von circa 300 Schlägen in der Minute, eine Rabenkrähe über 340!


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Test. Test. Test.

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