

Sie sind sicher zu dem Entschluss gekommen, dass der gefundene Wildvogel Ihre Hilfe benötigt und Sie ihn zu einer Tierärztin/einem Tierarzt oder einer fachkundigen Person transportieren müssen? Dann dürfen Sie den Vogel an sich nehmen.
Auch die selbstständige Pflege und unverzügliche Freilassung nach Herstellung eines Zustandes, in dem sich das Wildtier selbsterhalten kann, ist Ihnen erlaubt. Bitte bedenken Sie jedoch, dass es bei der Aufzucht und Versorgung von Wildvögeln vieles zu beachten gibt und eine profunde Sachkenntnis vonnöten ist, um die Pfleglinge gesund und optimal vorbereitet, auf die Gegebenheiten in freier Natur, auswildern bzw. freilassen zu können.
Bei jagdbarem Federwild müssen Sie den/die Jagdbeauftragte oder Polizei über die Inobhutnahme informieren, sonst machen Sie sich der Wilderei strafbar.
Da die Jagdbeauftragten eine sogenannte Hegepflicht besitzen, wird Ihnen wahrscheinlich nur in Ausnahmefällen die Entnahme eines hilfebedürftigen Wildvogels vom Jagsbeauftragten/der Jagdbauftragten untersagt.
Sollte es sich bei dem Wildvogel um eine streng geschützte Art handeln, müssen Sie die zuständige Naturschutzbehörde über die Entnahme informieren.
Begeben Sie sich nicht unnötig in Gefahr (stark befahrene Straßen, unwägbares Gelände, aus dem Fenster lehnen etc.)! Hier sollte die Polizei oder Feuerwehr alarmiert werden und der genaue Funddort des Wildtieres mitgeteilt werden.
Vögel besitzen einen ausgeprägten Fluchtreflex. Die Tiere werden versuchen sich schnell von Ihnen zu entfernen. Ist den Wildvögeln die Flucht nicht möglich, werden sie versuchen sich zu wehren. Zur Verteidigung können sie folgendes einsetzen:
Bisstöter: Fast alle Falkenartigen und Eulen werden als Bisstöter bezeichnet. Ihre Füße nennt man auch Fänge oder Ständer.
Die Kombination aus Krallen und Fkräftigen Fängen werden benützt, um die Beute festzuhalten.
Höckerschwäne können über 15 kg schwer werden und benötigen für den Start in die Lüfte enorme Kraft in ihren Flügeln, damit dies auch sicher gelingt.
Diese kraftvollen Flügel können sie aber ebenfalls zur Abwehr benutzen. Daher sollte man, neben dem Schnabel, auch die Flügel beim Fangen und Fixieren beachten und sicher unter einem Tuch oder einer Decke versammeln.
Das mögliche Verletzungsrisiko für den Finder sollte nicht unterschätzt werden, da insbesondere große Vögel, Wasservögel, Eulen und Greifvögel Verletzungen beim Finder verusachen können und diese mit einem Infektionsrisiko verbunden sind.
Einige der folgenden Utensilien können Sie und den hilfsbedürftigen Vogel schützen und sind während des Einfangens nützlich:
Vögel besitzen enorm leistungsfähige Augen. Sie sehen um einiges besser als wir Menschen. Es kann sinnvoll sein, bei tagaktiven Vögeln das Licht zu dimmen oder auszuschalten, da dies ein Vorteil für Sie als Fänger/in sein kann. Bei dämmerungs- oder nachtaktiven Arten ist dies nicht ratsam, da den Vögeln die Orientierung bei gedimmten/ ausgeschalteten Licht deutlich leichter fällt, als uns Menschen. Hat man den Vogel gefangen, ist die optische Ruhigtsellung durch abdecken der Augen und/oder der Transportbox wichtig. Hierdurch beruhigen sich die Vögel in der Regel recht schnell. Beim Einfangen von Vögeln sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass die Flügel zügig unter Kontrolle gebracht werden. Das Einfangen sollte idealerweise in einiger Entfernung von Gegenständen vonstattengehen, da sonst weitere Verletzungsgefahr besteht. Bei der Fixation darf kein Druck im Brust- und Bauchbereich ausgeübt werden, da sonst die Atmung des Vogels stark eingeschränkt wird und dies im schlimmsten Falle zum Erstickungstod führen kann. Bei der Fixation von Mauerseglern sollten unbedingt Handschuhe getragen werden, da das empfindliche Gefieder der Dauerflieger sonst Schaden nehmen kann und die Freilassung bzw. die Zeit bis zur Wiederauswilderung verlängert werden würde. Vögel sind aufgrund Ihres hohen und schnellen Stoffwechsels deutlich stress- und Schockanfälliger. Herzfrequenzen von deutlich über 200 Schlägen pro Minute verdeutlichen dies. Ein Bussard zum Beispiel besitzt einen Ruhepuls von circa 300 Schlägen in der Minute, eine Rabenkrähe über 340! Klicken Sie zum Download auf das Bild Klicken Sie zum Download auf das Bild
Übersicht Utensilienliste
Allgemeine Hinweise zum Fangen und Ruhigstellen von Wildvögeln
Fixieren
"So lange wie nötig, so kurz wie möglich!" = Reduktion Schockgefahr